Filmfestival Max-Ophüls-Preis » Programm » Wettbewerbe » Wettbewerb Mittellanger Film

Wettbewerb Mittellanger Film

Dass das mittellange Erzählformat im deutschsprachigen Raum immer mehr an Bedeutung gewinnt, beweist nicht nur der erhebliche Anstieg der Einreichungen, sondern auch die hohe visuelle Virtuosität, mit der aktuelle gesellschaftliche Themen erzählt werden. 14 mittellange Filme stehen im Wettbewerb.

PROGRAMM 1

Mi 15:00 CS 3 / Do 16:30 CS 4 / Fr 22:15 8 ½ / Sa 20:00 FH

DEATH IS SO PERMANENT

Death Is So Permanent_1

Regie: Moritz S. Binder
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 30 Min. | Dt., Engl. mit dt. UT | Uraufführung

Ein Regiestudent verfilmt die Kindheitsanekdote seines Vaters. Dessen Freundschaft zu einem mysteriösen G.I. – dem 12-Finger-Charley. Gab es ihn wirklich? Wie soll man das erzählen? Dokumentarisch? Interviews fallen flach, der Vater ist zu vergesslich. Szenisch? Das mag die Filmprofessorin so gar nicht. „All ist lost!“ Dieser Film kann sich nur selbst retten. So verschmelzen in der Hitze von Missouri, auf der Suche nach dem echten Charley, Fiktion und Wirklichkeit zu einer märchenhaften Melange.

DIETER NOT UNHAPPY

Dieter Not Unhappy_2

Regie: Christian Schäfer
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 28 Min. | Dt., Engl., Franz. mit dt. UT | Uraufführung

Künstler, Promis, Vernissagen, Fernsehinterviews – der international geschätzte Drucker und Verleger Dieter ist ein absoluter Workaholic und jettet durch die Welt. Doch das alles zählt bei der energischen Fotografin Marge nicht. Einsamkeit, unerwiderte Liebe, ein halbleeres Doppelbett – darauf richtet Marge ihr alles enthüllendes Objektiv. Wie kann Dieter da noch bestehen?

EURE KINDER

Eure Kinder_3

Regie: Aron Krause
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 33 Min. | Uraufführung

25 Jahre in einer halben Stunde: Im Mikrokosmos eines Mietshauses und in mehreren ineinander verwobenen Biografien wird die deutsche Geschichte vom Mauerfall bis in die Jetzt-Zeit erzählt. Ein Film über Kindheit und Erwachsenwerden, die erste Liebe und Coming-of-Age vor dem gesellschaftlichen und popkulturellen Hintergrund des letzten Vierteljahrhunderts.


 

PROGRAMM 2

Di 14:45 CS 3 / Do 17:30 8 ½ / Fr 19:45 CS 4 / Sa 18:00 CaZ 2

IOX

IOX_1

Regie: Gwendolin Stolz
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 26 Min. | Uraufführung

Deutschland im Jahr 2030. Die Konflikte um die „Working Droids“ haben einen neuen Höhepunkt erreicht: Linke Aktivisten schützen die Sklaven der neuen Welt, rechte Bürgerwehren hingegen gehen mit Gewalt gegen sie vor. Auch Ika verabscheut die künstlichen Intelligenzen. Auf der Flucht vor der Staatsmacht trifft er auf die rätselhafte Iox. Gemeinsam suchen sie Schutz im Labyrinth der Münchner Kanalisation. Doch als Ika das Geheimnis seiner neuen Freundin aufdeckt, kommt es zum Streit.

FREMDE

Fremde_1

Regie: Tim Dünschede
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 30 Min. | Uraufführung

Marie lebt mit ihrem Vater und ihrem kleinen Bruder im Wald in einem Bunker unter der Erde. Die Welt, wie wir sie kannten, gibt es nicht mehr. Als der Vater auf der Jagd versehentlich einen Fremden anschießt, bleiben ihm nur zwei Möglichkeiten. Das weiß auch Marie. Zuhause verarztet sie den bewusstlosen Mann. Während der Vater dem Fremden misstraut, nähert Marie sich ihm an. Für sie ist das vermeintliche Zuhause ein Gefängnis, aus dem sie ausbrechen möchte, und der Fremde könnte ihr vielleicht dabei helfen. Aber als drei Marodeure in den Bunker eindringen, ist Marie sich nicht mehr sicher, was ihr neuer Freund wirklich im Schilde führt.

VON OBEN

Von Oben_1

Regie: Felix Krisai
Österreich 2018 | digital | Farbe | 30 Min. | Uraufführung

Eigentlich sollte es die seltsamen Wassergeräusche nicht mehr geben. Obwohl die Mieter aus der Wohnung über Irene endlich ausgezogen sind, fangen sie wieder an. Immer nachts und noch viel seltsamer als zuvor. Es ist ein schleichender, unheimlicher Terror. Wer ist dafür verantwortlich? Irenes Mann, der die Trennung nicht vertragen hat und ihr schaden will? Wie in einem Albtraum kehrt alles, was Irene hinter sich lassen wollte, in noch viel größerer Grausamkeit zurück.


 

PROGRAMM 3

Mi 17:30 CS 2 / Do 18:00 CaZ 2 / Fr 16:30 CS 4 / So 20:00 8 ½

ENDLING

Endling_4

Regie: Alex Schaad
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 30 Min. | Uraufführung

Für Armin Kobzcick, einen alternden, aber stolzen Bergmann, bedeutet die Welt unter Tage alles. Doch 2018 schließt die letzte deutsche Steinkohlezeche und Armin verliert seinen Job. Mit der Arbeit aufzuhören, kommt für ihn nicht in Frage. Für was aber wäre er noch gut? Wie kann er seinem Leben einen Sinn geben in einer Welt, in der er sich nicht mehr gebraucht fühlt?

ES IST EGAL, ABER

Es ist egal, aber_4

Regie: Christoph Ischinger
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 30 Min. | Uraufführung

Charlie ist ein Schlawiner. Mittlerweile 35, hat er sein Leben gründlich an die Wand gefahren und zieht wieder bei seinem Vater ein. Er trifft alte Freunde, seine Jugendliebe, er will zurück zu alter Leichtigkeit, zu alter Größe, zur Freude am Leben. Doch das kostet ihn den Job, den ihm sein Vater besorgt hat. Charlie fühlt sich vom Leben erniedrigt – und er will sich das so nicht gefallen lassen.

SIEBENPUNKT

Siebenpunkt_1

Regie: Jonas Walter
Deutschland 2018 | Farbe | 29 Min. | Uraufführung

Rick, seine Schwester Monique und ihr Freund Marco feiern in einer Dorfdisco das Ende der Schulzeit. Es ist ein großer Abend zwischen Euphorie und Resignation. Viele Jugendliche haben sich verkleidet. Monique gefällt sich als Marilyn Monroe. Rick findet es witzig, als Marienkäfer zu gehen – doch da ist er der einzige. Er passt nicht in Marcos Selbstverständnis. Eine verhängnisvolle Nacht bricht an.


 

PROGRAMM 4

Di 15:30 CS 2 / Mi 17:15 8 ½ / Do 22:00 CS 4 / Sa 17:00 CS 3

BESTER MANN

Bester Mann_3

Regie: Florian Forsch
Deutschland, Österreich 2018 | digital | Farbe | 44 Min. | Uraufführung

Gemobbt zu werden ist für den Teenager Kevin Alltag. Doch eines Tages kommt ihm ein Unbekannter auf einem Motorrad zur Hilfe. Kevin ist sofort fasziniert von Benny, der fast doppelt so alt ist wie er, auch weil der ihm erzählt, dass er als Talentscout arbeitet und in seinem Bungalow professionelle Fotos macht. Kevin möchte unbedingt auch von Bennie fotografiert werden. Doch die Bilder werden viel freizügiger, als er dachte. Immer tiefer gerät er in eine Spirale aus emotionaler Abhängigkeit und Missbrauch.

MEIN RECHTER, RECHTER PLATZ IST FREI …

Mein rechter, rechter Platz ist frei_2

Regie: Kerstin Rütz
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 46 Min. | Uraufführung

Der 18-jährige Mark kämpft mit den Erinnerungen an einen Amoklauf vor zwei Jahren an seiner Schule. Sein bester Freund Ole wurde dabei getötet und hinterließ eine – auch sichtbare – Lücke neben ihm in der Bank. Als der immer gut gelaunte Niklas neu in die Klasse kommt, kann Mark dessen Lebendigkeit kaum ertragen. Er will nur eines: Dass Niklas wieder verschwindet und ihn und seine Klassenkameraden nicht mehr daran erinnert, wie ein Leben aussehen könnte, wenn es ein Damals nie gegeben hätte.


 

PROGRAMM 5

Di 22:15 CS 3 / Do 20:00 8 ½ / Fr 13:30 CS 4 / So 15:00 FH

FACING MECCA

Facing Mecca_3

Regie: Jan-Eric Mack
Schweiz 2017 | digital | Farbe | 27 Min. | Schweizerdt., Arab., Engl. mit dt. UT | dt. Erstaufführung

Der syrische Flüchtling Fareed möchte seine Frau in der Schweiz nach muslimischem Brauch begraben. Doch die Grabfelder der Gemeinde sind nicht gegen Mekka ausgerichtet, und auch eine Bestattung innerhalb von 24-Stunden nach Eintritt des Todes kann nicht eingehalten werden. Der Pensionär Roli, der Fareed unterstützt, findet eigenhändig eine kreative Lösung: Ein Familiengrab, in dem der Leichnam diagonal bestattet werden kann. Doch schon bald tauchen neue bürokratische Hindernisse auf.

#WANNADIE

#WANNADIE_1

Regie: Anja Badeck
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 40 Min. | Uraufführung

Dem Kletterstar Lars soll der Unterschenkel amputiert werden. Über die Plattform #wannadie verabredet er sich zum Gruppenselbstmord. Am Treffpunkt trifft er aber nur Kleiderdesigner Franz im Kaiser-Franz-Kostüm und mit gebrochenem Herzen. Da das Gruppenmitglied Anti-Anti zu früh vom Hochhausdach springt, müssen sich Lars und Franz einen neuen Ort für ihren Suizid suchen. Was spricht für den Tod und was für das Leben?

EVERYDAY

Everyday_4

Regie: Lutz Rödig
Deutschland 2018 | digital | Farbe | 29 Min. | Uraufführung

Junggesellenabschied, Arztpraxis, Berufsverkehr. Absurde Tableaus suchen die Komik im Anblick der Einsamkeit und Ignoranz des urbanen Alltags. In einer Collage kleiner Grausamkeiten zeigt sich die Großstadt als ein Irrenhaus, in dem nicht klar ist, wer Besucher ist und wer Patient.