Die Preisträger·innen 2018

Unsere diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner auf einen Blick.

Preisverleihung 2018 (© Sebastian Woithe)

FILMPREISE IM WETTBEWERB SPIELFILM

Max Ophüls Preis: Bester Spielfilm

LANDRAUSCHEN

Preisverleihung 2018 (© Oliver Dietze)

Regie: Lisa Miller
(Deutschland 2018)

Begründung:
Mit großer Energie und Tiefe, Mut zum Risiko und sehr viel Liebe zu den Figuren führt uns dieser Film in eine Welt, in der wir uns erst einmal genauso zurecht finden müssen wie die Hauptfigur. Das herausragende Schauspielensemble, das größtenteils aus Laien besteht, wird mit einem präzisen Gefühl für Timing und Komik geführt und überzeugt uns mit außergewöhnlicher Authentizität. Die Freude der Macher beim Machen überträgt sich auf das Publikum und öffnet unsere Herzen. Ein Film, der uns mitlachen und mitleiden lässt, und dem wir viele, viele Zuschauer im Kino wünschen.

Jury: Monja Art, Andrew Bird, Susanne Bormann, Nicole Gerhards und Christian Schwochow


 

Max Ophüls Preis: Beste Regie (Filmpreis der saarländischen Ministerpräsidentin)

BLUE MY MIND

Preisverleihung 2018 (© Sebastian Woithe)

Regie: Lisa Brühlmann
(Schweiz 2017)

Begründung:
Für eine Zeit im Umbruch, eine Zeit der Verwandlung findet die Regisseurin erstaunliche Bilder. Sie macht Emotionen körperlich spürbar und schaut dort hin, wo es unangenehm ist, wo es weh tut. Uns Zuschauer trifft sie damit genau in die Magengrube - und ins Herz. Wir sind nicht nur dabei, sondern, ob wir es wollen oder nicht, mittendrin.

Jury: Monja Art, Andrew Bird, Susanne Bormann, Nicole Gerhards und Christian Schwochow


 

Max Ophüls Preis: Bester Schauspielnachwuchs (Hauptrolle)

Loane Balthasar für SARAH SPIELT EINEN WERWOLF

Preisverleihung 2018 (© Sebastian Woithe)

Regie: Katharina Wyss
(Schweiz 2017)

Begründung:
Die Schauspielerin entführt uns in die Welt eines einsamen, sehnsuchtsvollen Teenagers, der uns berührt, überfordert - manchmal verstört. Sie spielt ihre Figur mit großer Intensität und Radikalität, und es ist ihr dabei egal, ob das Publikum sie liebt oder hasst. Genau genommen spielt sie mehrere Rollen in diesem faszinierenden Film. Wenn sie auf der Theaterbühne steht, stockt uns der Atem. Denn dann verwandelt sich der zurückhaltende Teenager in explosive Figuren voller Leidenschaft, Abgrund und Schmerz, und wir werden atemlos Zeuge, wie sich die Ebenen zwischen Realität und Spiel mehr und mehr vermischen. Eine Gratwanderung, den die Schauspielerin mit großer Genauigkeit und ohne jeden Kitsch sensationell bewältigt.

Jury: Monja Art, Andrew Bird, Susanne Bormann, Nicole Gerhards und Christian Schwochow


 

Max Ophüls Preis: Bester Schauspielnachwuchs (Nebenrolle)

Anna Suk für COPS

Preisverleihung 2018 (© Oliver Dietze)

Regie: Stefan A. Lukacs
(Österreich 2018)

Begründung:
Um ihr emotional zu folgen, brauchen wir nur in ihre Augen zu schauen. Ohne falsche Dramatik und ohne im Spiel den emotionalen Zustand ihrer Figur zu kommentieren, hat eine junge Darstellerin mit beachtenswerter emotionaler Intelligenz und großer schauspielerischer Reife einer Nebenrolle wunderbare Präsenz verliehen. Durch ihre Spielentscheidungen bereichert sie den Film um eine wichtige und warme Farbe.

Jury: Monja Art, Andrew Bird, Susanne Bormann, Nicole Gerhards und Christian Schwochow


 

Max Ophüls Preis: Fritz-Raff-Drehbuchpreis

LANDRAUSCHEN

Preisverleihung 2018 (© Oliver Dietze)

Regie und Buch: Lisa Miller
(Deutschland 2018)

Begründung:
Die Dialoge sind rasend komisch. Atemberaubend schlagfertig begegnet der Film alltäglicher Engstirnigkeit. Der kluge Humor ist gefährlich, aber nie verletzend. Wir tauchen ein in einen Figurenkosmos, in dem wir uns total wohl fühlen, obwohl die Geschichte schonungslos mit diesem Kosmos ins Gericht geht. Die Gesellschaft, die hier erzählt wird, ist klüger als die Leute, die sich als ihre Vertreter sehen. Am Beispiel der Provinz erzählt die Geschichte, dass der Wandel unserer Gesellschaft nichts ist, was kommt, sondern was schon lange da ist und wovor man sich nicht zu fürchten braucht. Demokratie ist nicht der eine Wille der Mehrheit, sondern ein Wille zur Vielfalt.

Jury: Daniel Blum, Oliver Hottong und Julia C. Kaiser


 

Max Ophüls Preis: Publikumspreis Spielfilm

COPS

Preisverleihung 2018 (© Oliver Dietze)

Regie: Stefan A. Lukacs
(Österreich 2018)

 

 

 

 


 

Max Ophüls Preis für den gesellschaftlich relevanten Film

COPS

Preisverleihung 2018 (© Sebastian Woithe)

Regie: Stefan A. Lukacs
(Österreich 2018)

Begründung:
Glaubhaft und nahezu physisch spürbar verschafft uns dieser Film Einblick in die hermetische Welt der Menschen, die in unserer Gesellschaft für Recht und Ordnung sorgen wollen. Mit großartig geführten Szenen und einer gekonnten Dramaturgie erzählt der Regisseur das Dilemma seines Protagonisten, der, getrieben von der Idee, das Gute zu tun, genau das Gegenteil erreicht. Dabei gelingt ihm der Balanceakt, vielschichtig zu bleiben. Mit großer Wucht entlarvt er die schiere Unmöglichkeit, immer das Richtige zu tun und unbefleckt zu bleiben in dem Beruf als Polizist. Gleichzeitig ringt er einem Respekt und echte Dankbarkeit für die Bereitschaft derjenigen ab, ohne die unsere Gesellschaft in ihrer jetzigen Form nicht bestehen könnte.

Jury: Monja Art, Andrew Bird, Susanne Bormann, Nicole Gerhards und Christian Schwochow


 

Max Ophüls Preis: Preis der Jugendjury

DRAUSSEN IN MEINEM KOPF

Preisverleihung 2018 (© Sebastian Woithe)

Regie: Eibe Maleen Krebs
(Deutschland 2018)

Begründung:
Ein Film, der uns nicht nur berührt, sondern auch anhaltend beschäftigt. Die Protagonisten, die sich scheinbar deutlich voneinander unterscheiden, sind dennoch in ähnlichen Problemen gefangen und streben nach der freien Auslebung ihres Willens.
Diese Differenzen, gepaart mit der thematisierten jugendlichen Orientierungslosigkeit, sind uns bekannt. Tief beeindruckt waren wir ebenfalls von dem intimen Zusammenspiel der beiden Darsteller und zollen hiermit unseren Respekt. In unseren Diskussionen sind wir wieder und wieder auf die zunächst introvertierten Charaktere zurückgekommen, die sich im Laufe der Handlung einander immer offener zeigen. Zusammen mit einem schlüssigen Farbkonzept und einer persönlichen, aber nicht aufdringlichen Kameraführung, erleben wir mit den beiden Protagonisten eine Geschichte des Wachstums – Wachstum einer Freundschaft, des Charakters, des Respekts und Vertrauens.
Wir danken dem gesamten Filmteam für einen Film, der uns in vielerlei Hinsicht bewegt.

Jugendjury: Annika Guilpain, Johannes Karger, Maurice Kuntz, Léana Montana und Lotte Pauly


 

Max Ophüls Preis: Preis der Ökumenischen Jury

LANDRAUSCHEN

Preisverleihung 2018 (© Sebastian Woithe)

Regie: Lisa Miller
(Deutschland 2018)

Begründung:
Die Menschen sind verschieden. Anpassung ist nötig. „An Dich oder an mich?“ Ein dynamischer Rhythmus und viel Humor schaffen ein liebevolles Kaleidoskop aller nur möglichen Gegensätze, Stadt und Land, Mann und Frau, alt und jung, Tradition und Moderne, Einheimische und Fremde, Konvention und Mut, vielfältige Formen der Liebe – und all das in Bubenhausen! „Heimat ist da, wo Du Dich selbst findest“, sagt uns Lisa Miller in Landrauschen

Jury: Gerhard Alt, Bernadette Meier, Dr. Martin Ostermann und Dr. Waltraud Verlaguet


 

FILMPREISE IM WETTBEWERB DOKUMENTARFILM

Max Ophüls Preis: Bester Dokumentarfilm

GLOBAL FAMILY

Preisverleihung 2018 (© Sebastian Woithe)

Regie: Andreas Köhler, Melanie Andernach
(Deutschland 2018)

Begründung:
Wenn ein Dokumentarfilm ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema behandelt, das er über seine Protagonisten so entwickelt, dass den Zuschauern ein Ausbrechen aus einer Empathie unmöglich macht, dann ist den Filmemachern etwas gelungen, was man allgemeinhin von einem guten Spielfilm erwartet. In der erzählerischen Konzentration auf eine Familie entwickelt der Preisträger-Film eine ungewöhnliche Präsenz, die das Drama von Migration spürbar macht und uns gleichzeitig unsere eigenen Erfahrungen mit Familie spiegelt. Darüber hinaus konfrontiert der Film uns auf fesselnde Art mit dem Thema des Fremdseins auf doppelte Weise: wenn die Geflüchteten zu Fremden in der eigenen Heimat werden. Das Ausmaß der Veränderung der Welt wird unmittelbar konkret.

Jury: Gerd Haag, John Gürtler und Regina Schilling


 

Max Ophüls Preis: Beste Musik in einem Dokumentarfilm

Matthias Lindermayr für GERMANIA

Preisverleihung 2018 (© Sebastian Woithe)

Regie: Lion Bischof
Musik: Matthias Lindermayr

(Deutschland 2018)

Begründung:
Die Musik beginnt mit einer leisen Dissonanz, die im Laufe des Films nach und nach eingelöst wird: Zischende, geräuschhafte Klänge aus angedeuteten Blechblasinstrumenten, die ein unbehagliches Gefühl auslösen. Eine Filmmusik, die statt einer bloßen Gefühlsbestätigung die Rolle eines Regiekommentars übernimmt und dem Zuschauer dennoch einen Interpretationsraum lässt. Die Musik greift die Thematik des Films auf und übersetzt sie originär in eine in sich geschlossene, konsequente, reduzierte Klangwelt.

Jury: John Gürtler, Gerd Haag und Regina Schilling


 

FILMPPREISE IM WETTBEWERB MITTELLANGER FILM

Max Ophüls Preis: Bester Mittellanger Film

BESTER MANN 

Preisverleihung 2018 (© Oliver Dietze)

Regie: Florian Forsch
(Deutschland, Östereich 2018)

Begründung:
Ein Junge auf der Suche nach Zugehörigkeit. Wenn er glaubt, einen Freund zu finden, ist uns schnell klar, dass dieser sein Bedürfnis nach Nähe ausnutzen wird, und wir schauen dabei zu, wie sich der Junge auf einen traumatischen Einschnitt in seinem Leben zubewegt. Diesen Weg erzählt der Film mit zwei unglaublich starken Darstellern, ambivalent, und mit einem Ende, das so mutig und kraftvoll ist, dass es den Zuschauer zur Auseinandersetzung zwingt.

Jury: Florian Eichinger, Odine Johne, David Keitsch


 

Max Ophüls Preis: Publikumspreis Mittellanger Film

ENDLING

Preisverleihung 2018 (© Sebastian Woithe)

Regie: Alex Schaad
(Deutschland 2018)

 

 

 

 


 

FILMPREISE IM WETTBEWERB KURZFILM

Max Ophüls Preis: Bester Kurzfilm

SACRILÈGE

SACRILÈGE

Regie: Christophe M. Saber
(Schweiz, Frankreich 2017)

Begründung:
Dieser Film zeichnet sich durch eine unglaublich pulsierende Energie aus. Seine Protagonisten tanzen geradezu durch das Bild, der Film mutet in Teilen fast an wie ein Musical, ohne dabei auch nur eine Spur ins offensichtlich Inszenierte zu verfallen.
Saoud ist der König von Saint-Étienne. Um sich schneeweiße Sneakers zu kaufen, klaut er Geld aus der Moscheekasse. Anstatt in Klischees zu verfallen, erzählt der Film seine Geschichte lebensnah, mit Wucht, und mit überragender Schauspielführung.

Jury: Florian Eichinger, Odine Johne, David Keitsch


 

Max Ophüls Preis: Publikumspreis Kurzfilm

ENTSCHULDIGUNG, ICH SUCHE DEN TISCHTENNISRAUM UND MEINE FREUNDIN

Preisverleihung 2018 (© Sebastian Woithe)

Regie: Bernhard Wenger
(Österreich, Deutschland, Schweden 2018)