Filmfestival Max-Ophüls-Preis » Programm » Ehrenpreisträger 2017: Peter Rommel

Ehrenpreisträger 2017: Peter Rommel

Der sechste Ehrenpreis für Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film geht an den Produzenten Peter Rommel. Die Ehrung findet im Rahmen der Eröffnung am 23. Januar 2017 statt.

Peter Rommel

Der 1956 in Stuttgart geborene Peter Rommel zählt zu den bedeutendsten unabhängigen Produzenten im deutschsprachigen Raum. Seine Produktionsfirma Rommel Film gründete er 1993 in Berlin nach mehrjähriger Mitarbeit beim Weltvertrieb und Filmverleih Ex Picturis. Ersten Beteiligungen an europäischen Koproduktionen von Friðrik Þór Friðriksson oder Stephen Bradley folgte 1999 Rommels erste selbstentwickelte Kinoproduktion: NACHTGESTALTEN gewann nicht nur umgehend den Deutschen Filmpreis, sondern begründete auch Rommels langjährige kreative Zusammenarbeit mit Regisseur Andreas Dresen.

Gemeinsam schufen sie international gefeierte Werke wie u.a. HALBE TREPPE, SOMMER VORM BALKON und HALT AUF FREIER STRECKE, die auf Festivals u.a. in Berlin, Cannes und San Sebastian sowie mehrfach beim Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurden. Weitere wichtige Produktionen sind David Wnendts FEUCHTGEBIETE (Festivalteilnahmen in Locarno und Sundance) sowie die Dokumentarfilme ALPHABET von Erwin Wagenhofer und Lisei Caspers GESTRANDET (Wettbewerb Dokumentarfilm beim 37. Filmfestival Max Ophüls Preis).

1996 gründete Peter Rommel zudem die in Stuttgart ansässige Firma Home Run Pictures. Mit beiden Unternehmen produzierte er neben Dito Tsintsadzes LOST KILLERS u.a. Kinodebüts von Stefan Krohmer und Daniel Nocke (SIE HABEN KNUT), Valeska Grisebach (SEHNSUCHT), Elke Weber-Moore (STORNO) sowie von Ingo Haeb (NEANDERTAL), der 2007 am Wettbewerb des Filmfestival Max Ophüls Preis teilnahm. 

Peter Rommel war leitender Dozent für Produktion an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) und u.a. Kommissionsmitglied beim Deutsch-Französischen Filmabkommen (mini-traité) sowie bei der Züricher Filmstiftung. Regelmäßig engagierte er sich auch international für junge Talente durch Mentorentätigkeiten bei EAVE, der Deutsch-Französischen Masterclass oder SOFA – School of Film Agents,

„Peter Rommel steht mit unbedingter Leidenschaft und großem Mut hinter seinen Projekten und vor allem auch hinter den Filmschaffenden. Mit Liebe und Begeisterung entstehen Werke, die Grenzen ausloten, für die er persönlich steht und sie mit vollem Einsatz realisiert: Welche Eigenschaften könnten jungen Filmschaffenden zu größerem Vorbild dienen? Wir freuen uns sehr, Peter Rommel für diese ansteckende Leidenschaft, die Talente für ihre künstlerische Entwicklung so dringend brauchen, mit unserem Ehrenpreis auszuzeichnen.“ (Svenja Böttger)

Peter Rommel wird alle Vorführungen beim Festival persönlich präsentieren.

Peter Rommel zu Ehren zeigt das Filmfestival Max Ophüls Preis drei seiner Filme, die in besonderer Weise für dessen Engagement stehen: 

HALBE TREPPE

Mi 16:30 CS 8

HALBE TREPPE

Regie: Andreas Dresen
Deutschland 2002 | 106 Min.

Etwa auf halber Treppe ihres Lebens haben sich die befreundeten Paare Düring und Kukowski festgefahren. Chris und Kathrin Düring haben sich in Alltag und Bett nicht mehr viel zu sagen, während Uwe Kukowski rund um die Uhr in seiner Imbissbude schuftet und darüber seine Frau Ellen und die Kinder vergisst. Kein Wunder, dass sich die vereinsamte Ellen und der nach Abwechslung drängende Chris näher kommen. Doch das Verhältnis fliegt auf – und plötzlich werden alle Karten neu gemischt.


LOST KILLERS

Di 21:00 8 ½

LOST KILLERS

Regie: Dito Tsintsadze
Deutschland 2000 | 100 Min.

Der Kroate Branko und der Georgier Merab versuchen sich als Auftragskiller, Carlos aus Haiti träumt von der grenzenlosen Weite Australiens, die Vietnamesin Lan von einer luxuriösen Zahnbehandlung. Maria sagt, sie sei aus Kuba und hofft auf die große Liebe. Gemeinsam ist ihnen, dass sie illegal in einer deutschen Großstadt leben – in einem gesellschaftlichen Niemandsland.


SIE HABEN KNUT

Di 17:00 FH

SIE HABEN KNUT

Regie: Stefan Krohmer
Deutschland, Österreich 2003 | 107 Min.

Auf einer Almhütte im Winter des Jahres 1983 wollen Nadja und Ingo Zeit miteinander verbringen, um ihre Beziehung neu zu überdenken. Doch dann fällt unangekündigt eine lärmende Volleyballgruppe ein. Es sind politisch aktive Freunde von Nadjas Bruder Knut. Die unterschiedlichsten Lebensideologien prallen aufeinander – und Ingo spürt mehr und mehr, dass er Nadja verliert.