WETTBEWERB DOKUMENTARFILM
Als Filmfestival, das sich dem jungen Kino verpflichtet fühlt, gehört die Öffnung für den Dokumentarfilm zum Bekenntnis, Talente zu fördern. Zwölf Produktionen sind für den Dokumentarfilmpreis nominiert, dem einzigen Wettbewerb für junge deutschsprachige Dokumentarfilme. Die ausgewählten Filme demonstrieren einmal mehr – jeder auf seine Weise – wie emotional, unterhaltsam und informativ zugleich dieses Genre sein kann.
Do 17:30 CS 2 | Fr 22:15 8 ½ | Sa 10:00 CS 3
BERG FIDEL
Regie: Hella Wenders
Deutschland 2011, HD Cam, Farbe, 87 Min.
David, sein kleiner Bruder Jakob, Anita und Lucas besuchen die Grundschule „Berg Fidel“ in Münster. Diese Modellschule heißt jedes Kind des Stadtteils willkommen, unabhängig von Herkunft, Religion oder Behinderung. Vier Jahre lang lernen die Kinder dort gemeinsam, in klassenübergreifendem Unterricht. Nach dem vierten Schuljahr werden sie auf verschiedene weiterführende Schulen verteilt. Eine Entscheidung fürs Leben.
Mi 18:30 CaZ 2 | Do 20:00 CS 2 | Sa 18:00 CaZ 2
BULB FICTION
Regie: Christoph Mayr
Österreich, Deutschland 2011, Blu-ray, Farbe, 90 Min.
Energiesparen, egal zu welchem Preis. Brüssel verbietet die Glühlampe und zwingt damit alle EU-Bürger zum Kauf von quecksilberhaltigen Kompaktleuchtstofflampen. Diese von Industrie, Politik und NGOs als „win win win“ bezeichnete Maßnahme ist für die Verbraucher vor allem eines: teuer, ungesund und fragwürdig. Ein Film über die Macht und Machenschaften der Industrie und den Widerstand gegen die so genannte „Richtlinie zur Regulierung von Lichtprodukten in privaten Haushalten.“
Do 14:30 CS 4 | Fr 19:30 CS 3 | Sa 10:30 FH
CALL IT A BALANCE IN THE UNBALANCE
Regie: Regine Lettner
Deutschland 2011, DCP, Farbe, 74 Min., engl., span., dt. mit UT
Der Modedesigner Miguel Adrover: Visionär, Freigeist, Exzentriker. Die Geschichte vom mallorquinischen Bauernsohn, der auszog, den New Yorker Modeolymp zu erobern. Ein Immigrant durchlebt die Höhen des amerikanischen Traums, um auf dem Zenith aus der Bahn geworfen zu werden. Ein Film über das Leben eines Freidenkers vor dem Hintergrund eines umfassenden Strukturwandels der Weltwirtschaft, der längst auch die Modeindustrie erfasst hat. Beobachtungen zwischen Gestern und Heute, Anerkennung und Trauma.
Mi 20:00 8 ½ | Do 10:30 CS 5 | Sa 15:15 CS 5
DAS KREUZ MIT DER LIEBE
Regie: Saara Aila Waasner
Deutschland 2012, HD Cam, Farbe, 84 Min., Uraufführung
Sie sind römisch-katholische Priester und dürfen ihrer Berufung nicht mehr nachgehen, weil sie sich verliebt und öffentlich für das Leben in einer Partnerschaft entschieden haben. Das Leben der drei ehemaligen Gottesdiener hat dadurch radikale Umstellungen erfahren. Der Film erzählt, wie aus Überzeugungen Zweifel und daraus neue Überzeugungen werden.
Do 22:00 FH | Fr 13:00 CS 5 | Sa 12:30 CS 2
DER PAPST IST KEIN JEANSBOY
Regie: Sobo Swobodnik
Deutschland, Österreich 2011, HD Cam, s/w, 74 Min.
Ein Portrait der Lebenssituation des Gesamtkunstwerkes Hermes Phettberg – Schauspieler, Kolumnist, Moderator, gescheiterter Pastoralassistent und bekennender schwuler Sadomasochist, bürgerlich Josef Fenz, der schon immer sein Leben, sein Leiden an sich und der Welt schonungslos offen thematisierte wie kaum ein anderer. Von Krankheit schwer gezeichnet und einem unbändigen Willen weiter zu leben. Eine filmische Intervention in schwarz-weiß, einem Kreuzweg gleich in zwölf Stationen.
Mi 17:00 CS 2 | Do 15:00 CS 2 | Sa 17:00 CS 1
DIE GESCHICHTE DER AUMA OBAMA
Regie: Branwen Okpako
Deutschland 2011, HD Cam, Farbe, 79 Min., engl., dt., Luo mit UT, dt. Erstaufführung
Die Germanistin, Soziologin, Autorin und Filmemacherin Auma Obama wurde den meisten durch die Wahl Barack Obamas, ihres Halbbruders, zum US-Präsidenten bekannt. Geboren und aufgewachsen in Kenia, verbrachte sie 16 Jahre in Deutschland. Der Film spürt dem Leben und Denken der Anfang 50-Jährigen nach. Er begleitet sie auf ihrem abgeschiedenen Familiensitz im kenianischen Kogelo während der heißen Phase des US-Wahlkampfs – und danach, als ihr Halbbruder als Sieger feststand.
Di 20:00 CS 5 | Mi 17:30 8 ½ | Do 13:00 CS 5
GRASMÜCKE UND PITBULLS
Regie: Celia Rothmund, Sebastián Barahona
Deutschland 2011, HD Cam, Farbe, 90 Min., dt., span., port. mit UT, Uraufführung
Die Langzeitbeobachtung begleitet drei Jugendliche. Sie sind Heimkinder, seit sie klein sind, haben geklaut, mit Drogen gedealt und auf der Straße gelebt.Um einen Neuanfang zu ermöglichen, werden sie von der Jugendhilfe nach Spanien und Portugal in Familien deutscher Erzieher geschickt. Die neue Umgebung soll ihnen helfen, ihr Leben in geordnete Bahnen zu lenken.
Di 17:30 CS 3 | Mi 13:00 CS 5 | Sa 17:30 CS 3
MARK LOMBARDI – KUNST UND KONSPIRATION
Regie: Mareike Wegener
Deutschland 2011, DigiBeta, Farbe, 79 Min., engl. mit UT, Uraufführung
Als Mark Lombardi starb, hinterließ er ein brisantes Vermächtnis: verwobene, diagrammartige Zeichnungen, die die Verbindungen zwischen der Finanzwelt, internationalen Banken, Waffenhändlern, privaten Investoren und der Politik entlarven. Es blieben viele offene Fragen: Nahm sich Lombardi tatsächlich selbst das Leben, oder waren andere Kräfte im Spiel? Und was versprach sich das FBI im Zuge der Untersuchungen zu 9/11 in seinem Meisterwerk „BCCI“ zu finden?
Mi 21:30 CS 4 | Fr 17:00 CS 3 | Sa 15:00 CS 3
NOT IN MY BACKYARD
Regie: Matthias Bittner
Deutschland 2011, DCP, Farbe, 87 Min., engl. mit UT, dt. Erstaufführung
Elliott und Teofilo, zwei entlassene Sexualstraftäter in Miami, Florida, dürfen ihren Bezirk nicht verlassen. Ihr Wohnort muss von Schulen, Tagesstätten, Parkanlagen, Spielplätzen oder Orten, an denen sich Kinder regelmäßig aufhalten, weiter entfernt sein als 750 Meter. Gegen beide sind nächtliche Ausgangssperren verhängt. Zur ständigen Kontrolle ihres Aufenthaltsortes tragen beide eine GPS-Fußfessel. Unter solchen Auflagen ist es schwer, einen Job zu finden oder eine Wohnung. Der Film ergreift die ungewöhnliche Perspektive der Täter und erzählt ausschließlich aus ihrer Sicht.
Mi 19:30 CS 2 | Fr 17:30 FH | Sa 17:00 CS 4
SPEED – AUF DER SUCHE NACH DER VERLORENEN ZEIT
Regie: Florian Opitz
Deutschland 2011, HD Cam, Farbe, 95 Min., Uraufführung
Beschleunigung und Effizienzsteigerung sind in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens die dominierenden Ziele geworden. Doch wer oder was treibt die Beschleunigung an? Und wo ist die Zeit geblieben, die wir in den letzten Jahrzehnten durch immer ausgeklügeltere Technologien und Effizienzmodelle gespart haben? Der Film macht sich auf die Suche nach der verlorenen Zeit und lernt die wahren Rebellen von heute kennen: Menschen, die für sich die Langsamkeit wiederentdeckt haben.
Mi 17:30 CS 3 | Do 20:00 8 ½ | Fr 10:30 CS 5
UNTER WASSER ATMEN – DAS ZWEITE LEBEN DES DR. NILS JENT
Regie: Stefan Muggli, Andri Hinnen
Schweiz 2011, HD Cam, Farbe, 90 Min., schweizerdt. mit UT, dt. Erstaufführung
Im Super-8-Archiv der Familie Jent finden sich Bilder eines kräftigen, jungen Mannes, der Bewegung liebte. Dann kommt der Tag, an dem er bei einem Motorradunfall beinahe sein Leben verliert. Nach vier Wochen im Koma findet er sich, vollständig gelähmt, der Sprache beraubt und erblindet, in einer neuen, anderen Existenz wieder. Schritt für Schritt kämpft sich Nils ins Leben zurück. Dass selbst in einem solchen Leben Platz für Freude und beruflichen Erfolg sein kann, zeigt der Film auf eindrückliche Weise.
Di 19:30 FH | Mi 10:30 CS 5 | Do 22:15 8 ½
WEISSES BLUT
Regie: Regine Dura
Deutschland 2011, HD Cam, Farbe, 74 Min., dt., engl., africaans mit UT, Uraufführung
Im September 1948 erreicht ein Schiff Kapstadt. An Bord sind 83 kriegstraumatisierte deutsche Kinder, von einem südafrikanischen Adoptionsunternehmen in deutschen Waisenhäusern ausgewählt. Selektionskriterium des burischen "Dietse Kinderfonds" ist „arisches Blut für ein weißes Südafrika“. Werner Schellack und Peter Ammermann waren bei ihrer Ankunft in Südafrika zwei und acht Jahre alt. Sie wurden gezwungen, ein neues Leben in einem Land zu beginnen, in dem die Apartheid-Ära gerade anbrach. WEISSES BLUT begleitet die beiden Protagonisten bei der Auseinandersetzung mit ihrer Lebensgeschichte.
Bitte beachten Sie die FSK-Angaben der einzelnen Filme. Filme, die keine FSK-Angaben haben, sind nicht geprüft und folglich freigegeben ab 18 Jahren. Die Angaben zur Programmierung verwenden folgende Abkürzungen:
CS=CineStar FH=Filmhaus 8 1/2=Kino achteinhalb CaZ=Camera zwo
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