KINDER AUS KABUL Vier junge afghanische Filmemacher drehten im Rahmen eines Workshops des Atelier Varan in Kabul kurze Dokumentarfilme zum Thema "Kinder aus Kabul". Das Afghanistan von heute ist ein Land im Wiederaufbau. Ein Großteil der Arbeit lastet dabei auf den Schultern der jungen Bevölkerung. Kinderarbeit ist weiterhin an der Tagesordnung, Mädchen wird es nach wie vor oftmals verwehrt, in die Schule zu gehen. Die vier Filme handeln vom Mut und Idealismus der afghanischen Jugend. Unverklärt, aber ohne in Schwermut zu versinken, spiegeln sie die harte Realität im heutigen Afghanistan wider. "Kinder aus Kabul" ist eine Koproduktion von den Ateliers Varan, La Huit und Ciné Cinéma und wurde unterstützt vom französischen Kulturzentrum in Kabul, vom Goethe-Instituts in Kabul sowie von ARTE International und vom CNC. Di 20:30 8 1/2 BULBUL, DER VOGEL DER STÄDTE Um ihre Familien zu ernähren, waschen Bulbul und seine Freunde Autos. Die Arbeit auf der Straße ist hart, die Bezahlung schlecht. Aber die Jungs sind nicht auf den Mund gefallen. Sie wehren sich auf ihre Art und beschimpfen die Reichen wegen derer Arroganz und Ängstlichkeit. Der erfrischende Humor der Reinigungsbande, ihre Dreistigkeit und der unbedingte Zusammenhalt untereinander wirken befreiend in einer ansonsten ernüchternd trostlosen Wirklichkeit. DIE KLEINEN MUSIKER VON KHARABAT Die Taliban mögen die Musik genauso wenig wie die Frauen. Unter ihrem Regime war sie sogar strikt verboten. Heute sind die Straßen im Musikerviertel wieder belebt. Die Brüder Shoaibullah und Obaidullah verdienen für ihre Familien Geld mit Gesang, Trommeln und Harmonium-Spielen. Sie musizieren auf Geburtstagen und Hochzeiten und geben selber Musikunterricht. Die Nächte sind kurz aber die Hoffnung umso größer, irgendwann berühmte Musiker zu sein. ZIEGEL UND TRÄUME Abdullah und Madi arbeiten in einer Ziegelfabrik – einer lebensfeindlichen Wüste aus dunkler Asche und stillgelegten Öfen. Sie kommen aus armen Großfamilien, sind niemals zur Schule gegangen und verbringen die meiste Zeit ihres Lebens in der Ziegelfabrik. Zu Hause macht Abdullahs’ Vater nur “den Mullah“, wie seine Mutter zu sagen pflegt. Die Freundschaft zwischen den beiden Jungs und ihr Spott über die Welt der Erwachsenen erlaubt es ihnen, der traurigen Realität ein wenig zu entfliehen. SAHARS JOB Sahar ist mit ihren 14 Jahren das älteste Kind in ihrer Familie. Sie ist intelligent, höflich, freundlich und geduldig. Sie ist zwar noch ein Kind, hat ihre Kindheit aber längst hinter sich gelassen. Ihr Vater hat ihr beigebracht, wie man Teppiche webt, nun führt sie die Familien-Werkstatt. Ein junges Mädchen, ganz anders als die anderen, das auf Bestellung für 1500 Dollar Gesichter in ihre Teppiche webt: das von Laura Bush beispielsweise oder eines düsteren Typen mit dunkler Sonnenbrille. |
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