Max Ophüls

Max Ophüls, Namensgeber des Festivals, war ein international gefeierter Theater- und Filmregisseur. Er wurde als Max Oppenheimer 1902 in Saarbrücken geboren und verstarb 54-jährig.

Biographie

Max Ophüls

Max Oppenheimer wird am 06.05.1902 in Saarbrücken geboren. Sein Vater, der Textilkaufmann Leopold Oppenheimer, besitzt mehrere Konfektionshäuser. Seine Mutter Helene Oppenheimer, geb. Bamberger, stammt ebenfalls aus einer Kaufmannsfamilie. Der junge Max Oppenheimer wächst zusammen mit seiner Schwester Friedl (geb. 1909) in einem liberalen großbürgerlichen jüdischen Elternhaus auf.

Neben sozialem und politischem Engagement pflegt der Vater vielseitige kulturelle Interesssen. Seine Liebe für das Theater überträgt sich schon früh auf den Sohn. Im Puppentheater eines Freundes werden gemeinsam selbstverfasste Stücke aufgeführt. 1906 erlebt Max Oppenheimer seine erste Filmvorführung auf einem Jahrmarkt.

 

1. Weltkrieg bis 1933

1914-1918 Erster Weltkrieg

1918 Besetzung des Saarlandes durch die französische Armee

Max' Vater wird nicht zum Militärdienst eingezogen, dafür stellen seine Konfektionshäuser nun auch Uniformen für Soldaten her. Der Schüler Max Oppenheimer wehrt sich gegen den Plan des Vaters, eine kaufmännische Laufbahn einzuschlagen. Er will Schauspieler werden. Daher nimmt er privaten Schauspielunterricht, verkehrt in Theaterkreisen der Stadt Saarbrücken und gründet seine eigene Theatergruppe.

Im Jahr 1920 debütiert Max Oppenheimer am Stadttheater Saarbrücken in Gustav Freytags "Die Journalisten", einer Aufführung des Literarischen Vereins der Oberrealschule. Ende des Jahres verlässt er die Kaiserlich-Königliche Oberrealschule in Saarbrücken noch vor dem Abitur. Schließlich setzt er seinen Wunsch, Schauspieler zu werden, beim Vater durch und geht nach Stuttgart, wo er bei dem Regisseur Fritz Holl Schauspielunterricht nimmt. Um den Familiennamen zu schützen, nimmt er das Pseudonym Max Ophüls an.

Seine berufliche Laufbahn beginnt Max Ophüls 1921-22 mit einem Engagement am Stadttheater Aachen. Die nächsten Stationen sind Dortmund und Barmen-Elberfeld (Wuppertal), wo er neben der Schauspielerei mit Erfolg seine ersten eigenen Inszenierungen präsentiert. 1925 folgt er dem Ruf als Theaterregisseur an das Burgtheater in Wien. Aufgrund von antisemitischen Diffamierungen verlässt er das Burgtheater nach vier Inszenierungen. In Wien lernt er die Schauspielerin Hilde Wall kennen, die er 1926 heiratet. Ein Jahr später wird sein Sohn Marcel Ophüls geboren.

Von Wien wird Max Ophüls zunächst an das Neue Theater Frankfurt, später als Erster Spielleiter an die Vereinigten Theater in Breslau (1928-1930) verpflichtet. Dort erlebt er seine produktivste Zeit. Neben Klassikern inszeniert er immer wieder zeitkritische Stücke. Um seine finanzielle Lage zu verbessern, beginnt Max Ophüls in den 20er Jahren als freier Mitarbeiter für den Hörfunk in Frankfurt/Main und Breslau zu arbeiten.

1931 geht Max Ophüls als Spielleiter an die Meinhard-Bernauer Bühnen nach Berlin. In diese Zeit fällt auch seine Zusammenarbeit mit dem Lessing-Theater und dem Berliner Kabarett "Die Katakombe". Seine erste Aufgabe im Medium Film ist die Dialogregie und Regieassistenz für Anatole Litvaks "Nie wieder Liebe", der in deutscher und französischer Sprache gedreht wird. Ophüls erster Kurzspielfilm "Dann schon lieber Lebertran" (nach einer literarischen Vorlage von Erich Kästner) entsteht 1931 im Auftrag der UFA. Seinen ersten Langfilm "Die verliebte Firma" dreht er 1932 für das Deutsche Lichtspiel-Syndikat. Weitere Regiearbeiten folgen. Mit der Schnitzler-Adaption "Liebelei" feiert Max Ophüls seinen Durchbruch in der Filmwelt.

1933 bis 1957

30.01.1933 Machtantritt der Nationalsozialisten

27.02.1933 Reichstagsbrand

Max Ophüls

Kurz nach dem Reichstagsbrand emigriert Max Ophüls nach Paris, wohinihm bald darauf seine Familie folgt. Auf Grund seines Kinoerfolges mit "Liebelei", kann er dort eine französische Fassung des Films drehen. Es folgen Regiearbeiten in Frankreich, Italien und Holland. Ein Filmprojekt führt ihn 1936 nach Moskau, doch er bricht die Zusammenarbeit vorzeitig ab. In der Zeit seines Pariser Exils stößt er auf viele Widerstände, dennoch gelingt es ihm, weitere Auftragsarbeiten zu realisieren.

1938 nimmt er die französische Staatsbürgerschaft an und absolviert ein Jahr später seine militärische Grundausbildung.


1939 Beginn Zweiter Weltkrieg

In Frankreich wirkt Max Ophüls 1940 als Autor an einer antinazistischen Hörfunksendung mit. Nachdem er seinen letzten Film ("De Mayerling á Sarajewo") im sog. Freien Frankreich abgedreht hat, flieht er mit seiner Familie in den Süden, in den unbesetzten Teil Frankreichs, um von dort in die USA zu emigrieren. Während er auf das amerikanische Visum wartet, folgt er dem Ruf ans Zürcher Schauspielhaus. Nach erfolgreichen Inszenierungen und künstlerischen Differenzen kehrt er im Juni 1941 unter Lebensgefahr nach Frankreich zurück. Mit der Unterstützung veschiedener Flüchtlingsorganisationen und Privatpersonen erhält Ophüls das langersehnte Visum und gelangt mit seiner Familie im Juli 1941 per Schiff über Lissabon nach New York. Ende des Jahres erreicht er Hollywood, in der Hoffnung, dort an seine erfolgreiche europäische Regiekarriere anzuknüpfen. Doch die Anlaufschwierigkeiten sind enorm. Ophüls kann die finanzielle Notlage u.a. mit Tätigkeiten beim Rundfunk und mit Drehbuchschreiben aufbessern.

1945 Kapitulation Deutschland und Ende Zweiter Weltkrieg Seine erste Regiearbeit in den USA vollendet Ophüls 1947 mit "The Exile". Es folgen weitere Filme in Hollywood, bevor er Ende 1949 nach Frankreich zurückkehrt.

In Paris dreht Ophüls 1950 die Schnitzler-Verfilmung "La Ronde" (Der Reigen), die mit einem Drehbuchpreis in Venedig ausgezeichnet wird und ihm einen Welterfolg beschert. Ophüls kann in den folgenden Jahren nur wenige Projekte realisieren, meist sind es europäische Koproduktionen. Seit 1954 ist er in Deutschland für den Südwestfunk in Baden-Baden tätig. Unter seiner Regie entstehen zahlreiche Hörspiele. 1955 setzt er zu seinem letzten großen filmischen Meisterwerk "Lola Montez" an.

Auf Einladung von Gustaf Gründgens inszeniert Ophüls 1957 "Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit" am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Am Tag der Premiere wird er ins Krankenhaus eingewiesen. Am 26.03.1957 stirbt Max Ophüls in Hamburg. Er wird auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise beigesetzt.

Filmographie


1931 DANN SCHON LIEBER LEBERTRAN
1932 DIE VERLIEBTE FIRMA
1932 DIE VERKAUFTE BRAUT
1932/33 LACHENDE ERBEN
1932/33 LIEBELEI
1933/34 UNE HISTOIRE D'AMOUR
1933/34 ON A VOLÉ UN HOMME
1934 LA SIGNORA DI TUTTI
1935 DIVINE
1935/36 LA TENDRE ENNEMIE
1935/36 LA VALSE BRILLANTE DE CHOPIN
1935 AVE MARIA DE SCHUBERT
1936 KOMEDIE OM GELD
1937 YOSHIWARA
1938 WERTHER
1939 SANS LENDEMAIN
1939/40 DE MAYERLING Á SARAJEVO
1947 THE EXILE
1947/48 LETTER FROM AN UNKNOWN WOMAN
1948/49 CAUGHT
1949 THE RECKLESS MOMENT
1950 VENDETTA (Regisseur ausgewechselt)
1950 LA RONDE
1951/52 LE PLAISIR
1953 MADAME DE
1955 LOLA MONTEZ
1956 MONTPARNASSE 19 (nur Buch)